Day 11, Besuch bei den Cheetahs

Das Wetterfenster sollte heute eigentlich nicht so groß sein und Ludwig warnte uns eindringlich vor den nachmittags einsetzenden Gewittern. Er empfahl uns nicht zu weit entfernt zu fliegen, um im Fall der Fälle schnell wieder auf Kiripotib landen zu können.

Also erst mal um 12 Uhr in Ruhe zum Lunch. Spagetti Bolognese mit Salat. Luxus pur. Dann ging es zum Ende der Piste und auch recht zügig in die Luft.

Ich hatte mal wieder Probleme den Propeller zum Stehen zu bekommen, da ich wegen des Wasserballastes den Flieger nicht langsam genug fliegen konnte. Also Motor noch einmal an, Wasser raus und höher steigen. Dann klappte es und ich konnte abfliegen. Am Nossop stand schon die versprochene Regenfront.

Also kehrt Richtung Marienthal. Kurz davor erreichte mich ein Funkspruch von Peter, dass  es im Norden nicht gut  aussehen würde und ich besser zurückkommen solle. Ich drehte ab Richtung Kiripotib fand mich aber dummerweise auf einmal mit nur noch 600 Metern über Bitterwasser.  Über Kiripotib sah es wirklich dunkel aus und so fuhr ich den Motor aus um schneller wieder auf Höhe zu kommen und den Flugplatz früh genug vor dem schlechten Wetter zu erreichen.

Außerdem stand ja noch die Besichtigung der Cheetahs und Luxe auf dem Programm. Bald ging es los Richtung Gehege. Hans hält dort 4 Cheetahs, die er nicht auswildern kann, da sie recht früh ohne Mutter auf der Farm aufgewachsen sind. Wirklich beindruckende Tiere.

Leider oder zum Glück war ein Zaun dazwischen.

Nachdem Thomas die Fleischration im Nachbargehege ausgelegt, wurden die Cheetahs hereingelassen. Blitzschnell packten die Tiere eine Ration und verschwanden. Ein Gepard hatte Pech, denn das Fleischstück zerfiel in mehrere Teile und so viel die Entscheidung schwer.

Anschließend ging es noch zum Nachbargehege, wo zwei Luchse gefüttert werden mussten.  Leider waren die Tiere sehr scheu und wir konnten nur einen der beiden aus der Entfernung auf einem Baum liegend fotografieren.

Abends gab es dann noch eine Gesangseinlage des Bedienpersonals.

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Day 10 , Mal wieder in der Luft gewesen

Heute ging es mal wieder Richtung Gobabis, bis die Schauern zu stark wurden. Dann Richtung Aminuis Pan 3 und dann wollte ich eigentlich Richtung Westen. Eine relativ große Ausbreitung brachte jedoch so viel Schatten, dass ich beschloss wieder Richtung Osten zu fliegen, um dann Richtung Kiripotib abzudrehen.

Zwar kein langer Flug, wie bei den Anderen, aber schön war’s. Gegen Abend zog dann noch eine riesen Sandwalze von Westen her übers Land und wir beeilten uns die Flieger fest zu zurren. Andreas hatte zum Glück einige Bilder der Sandwalze aus der Luft gemacht.

 

Kalte Luft hatte sich von der Küste im Westen Richtung Osten bewegt und dabei die dort vorhandene Warmluft wie ein Keil unterwandert. Die warme Luft wurde nach oben gedrückt und riss dabei den Sand mit nach oben.

Zum Glück hatte das Phänomen seine Kraft verloren bis es und erreichte und wir spürten nur noch den stärkeren Wind.

Day 9, endlich wieder Wolken

Nachdem ich gestern einen Ruhetag eingelegt hatte, wollte ich heute wieder in die Luft. Die Champion Woche war zu Ende und so fehlte etwas der Schwung. Wir mußten schon wieder auf die 36, da der Nordwind einfach zu stark war um mit Seitenwind zu starten.

 

Der Flug war schön, auch wenn es auf Grund der späten Startzeit in Gobabis bereits große Schauer standen. Was solls, ab nach Süden und am Rande des Schauerbereichs Richtung Süden. Am Ende kamen 660 Kilometer zusammen mit einem 116 er Schnitt.

 

Day 8, Nothing special in Flying for me

Heute gibt es nicht soviel zu berichten. Es war blau und wolkenlos in unserem Gebiet. Die Wolken standen 200 Kilometer entfernt im Nordosten und so flog ich eine mittlere Blauthemikrunde von 475 Kilometern.

Schon vorige Tage hatte ich den Sonnenofen unseres Kochs fotographiert, aber leider nicht in Aktion. Heute wurde dann in diesem Sonnenofen unser Orex Fleisch für diesen Abend zubereitet. Hat super geschmeckt.

 

Nachfolgend noch einige Bilder von unserem Koch und der abendlichen Tafel.

Day 7, Flying with a Champion

Auch für heute war wieder sehr gutes Wetter vorhergesagt. Jedoch sollte der Bereich mit Wolken mehr im Nordwesten Richtung Botswana liegen. Die Startzeit wurde für ca. 11.30 Uhr angesetzt. Technische Probleme führten jedoch dazu, dass Alle später in die Luft kamen. Als ich mich dann auch so langsam fertig machen wollte meinte Lewi, was denn so meine Pläne für heute wären. Auf meine Nachfrage erklärte er mir das Uli Schwenk noch einen Copiloten für die ASG 32Mi suchen würde, da Laurens wohl heute Pause machen wolle.

Da brauchte ich nicht lange nachdenken, wollte ich mir doch die Gelegenheit mit einer der weltbesten Piloten mitzufliegen nicht entgehen lassen. Innerhalb kürzester Zeit suchte ich meine Sachen und saß schon im Flieger. Der Start verlief am Anfang problemlos. Dann sank der Flieger aber mehr als er stieg, da wir Mitte der Piste in ein starkes Abwindfeld gerieten. Bei so einem erfahrenen Piloten machte ich mir keine unnötigen Gedanken. Nachdem wir dann unsere Abflughöhe erreicht hatten, meinte Uli, dass wir auch mit  850 Kilogramm Abfluggewicht  am Limit gewesen wären, bei einer Platzhöhe von 1360 Metern über dem Meer. Zu erklären warum wir Segelflieger unsere Flieger durch die Mitnahme von Wasserballast extra schwer machen würde hier den Rahmen sicherlich sprengen.

Kurze Erklärung für die Nichtflieger unter uns. Nach oben hin wird die Luft immer dünner. Deshalb bekommt man ja auch beim Bergsteigen immer weniger Luft und braucht wie wir Flieger in großer Höhe Sauerstoff. Das Flugzeug braucht zwar keinen Sauerstoff, aber trotzdem eine gewisse Luftdichte damit sein Flügel genug Auftrieb produziert. Ist die Luft dünner, kann dies durch mehr Geschwindigkeit ersetzt werden. Kurz gesagt man brauch mehr Startbahnlänge um auf mehr Speed zu kommen und dann endlich zu fliegen. Das hohe Gewicht bei gleichen Flügeln erschwert das Ganze noch einmal.

Der Flug war auf jeden Fall super und ich versuchte mir so viel als möglich von Ulis Flugstiel ab zukucken um etwas zu lernen. Nach dem ersten Bart auf knapp über 3000 Meter ging es los mit einer Vorfluggeschwindigkeit von 210 Kilometern. Ich fühlte mich ein wenig wie in einem schnellen Motoflieger. Uli erklärte mir an welchen Bodenmerkmalen er sich orientierte um im Blauen Thermik zu finden.

Wir näherten uns recht zügig dem Bereich mit Cumuluswolken, dem eine Zone mit wellenartigen Wolken vorgelagert war. Kurz vor den Wolken drehte Uli ein um der Linie zu folgen. Zwischen der blauen wolkenlosen Luftmasse im Südwesten und der feuchteren im Nordosten hatte sich eine Konvergenzlinie gebildet.

Da diese nur gelegentlich durch kleine Wolken angezeigt wrde, galt es die Linie zu treffen wo es nach oben ging. Uli erklärte mir woran er die Position der unsichtbaren Linie festmachte und ließ mich die meiste Zeit geradeaus fliegen, um ein Gefühl für das Spiel mit der Konvergenz zu bekommen.

Wir flogen große Strecken entlang der Wolkenkante geradeaus ohne zu kreisen. Immer wieder korrigierte mich Uli wenn ich die falsche Route nahm. Er erklärte mir wie wichtig die permanente Beobachtung der Wolken in ihrer Entwicklung ist, wenn man die möglichst jüngste Wolke finden will.

Der erste Schenkel ging mit einem 150er Schnitt bis nach Südafrika und war einfach nur geil. Uli ließ mich sehr oft geradeaus fliegen um mir immer wieder zu zeigen welche Wolke wo anzufliegen sei.

Immer wieder gelang es ihm über die Wolkenkante hinaus zu steigen und wir konnten beobachten wie sich die Wolken von unten nachbildeten.

Es war wie zu den früheren Zeiten in den Aufwindfahnen der Kühltürme der Braunkohlekraftwerke. Man stieg mit einem Teil der Wolke und unter einem bildete sie sich neu.

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Nach einem langen Endanflug aus fast 130 Kilometern war auch dieser Tag zu Ende und ich war happy die Gelegenheit bekommen zu haben, mit so einem Piloten zu fliegen.

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Day 6, Nice Gliding Day

Der Wetterbericht ging von sehr gutem Wetter aus und so war die Tagesaufgabe für die Champions 1000 km. Schon recht früh um 9.30 Uhr ging es per Auto und Quad Richtung Piste 36. Der Wind war so stark, dass es keine Alternative gab als zu diesem weit entfernten Startpunkt zu fahren. Um 11.00 Uhr starteten die Ersten. Auf Grund des mit fast 30 Kilometer wehenden Windes waren dann auch bald alle Gestarteteten recht niedrig in einem Pulk zusammen und versuchten oben zu bleiben. Ich war froh nicht gleich mit den Anderen gestartet zu sein. Kurz vor zwölf war auch ich dann in der Luft und es ging relativ problemlos direkt bis auf 3000  Meter. Ich machte mich auf Richtung Tweeriver , 280 Kilometer entfernt. Der recht kräftige Rückenwind half mir dabei zügig voranzukommen. Gegen 1 Uhr wurden die Wolken kompakter und es lief richtig gut.

Ich kam nach den vorherigen Übungstagen endlich gut mit dem Shark klar und das Kurbeln machte richtig Spaß. Hatte was von der Leichtigkeit früher Zeiten, die mir in den letzten Jahren etwas verloren gegangen war. Die Strecke  ging problemlos und auch nach der Wende konnte ich die Schnittgeschwindigkeit steigern, da ich auf Grund der Höhe lange Strecken gleiten konnte. Leider war dann irgendwann die Luft raus bei mir und ich begann herum zu trödeln. Ein blaues Loch vor mir veranlasste mich dann Richtung Osten abzudrehen, wo noch richtig schöne Wolken standen. Diese entwickeltem sich aber immer mehr zu großen Regenschauern.

Statt weiter Richtung Osten zu fliegen, entschloss ich mich nach kurzer Zeit doch lieber der Wolkenkante Richtung Südwest zu folgen umso mehr Strecke machen zu können. So flog ich über 100 Kilometer unter den Wolken lang in fast 5000 Metern, mehr gerade als zu als zu kreisen.

Auf dem Rückweg war es ähnlich schön, bis ich dann Bitterwasser passieren musste um wieder nach Hause zu kommen. Die Wolken waren zu großen dunklen Flächen zusammen gewachsen und der herausfallen Regen machte mir dann doch noch ganz schön Probleme.

Die große Sicherheitshöhe von 1500 Metern schrumpfte immer mehr zusammen und so kam ich am Ende nur noch mit 400 Metern am Platz an. Es war ein super schöner Tag für mich gewesen und so war ich voll auf zufrieden, obwohl am Ende nur 750 Kilometer zusammenkamen.

Day 5, Flying in the Air

Ludwig versprach uns beim Briefing gutes Wetter und so bekamen seine Champions zuerst einmal ein vernünftiges 600 er FAI Dreieck als Aufgabe verpasst. Die Wolken sollten sich zuerst wie üblich im Nordosten aufbauen, aber schnell auch bis nah an unseren Bereich reichen. Der Nachteil war, dass wir auch recht früh Überentwicklungen im Nordosten haben würden.

Startrichtung war heute die 08, was bedeutete,  dass alle Flugzeuge ans andere Ende der Piste geschleppt werden mussten. Nachdem ich meinen Shark mit dem Quad die 1400 Meter ans Pistenende geschleppt hatte, machte ich auf dem Rückweg einige Bilder, die einen Eindruck von der Größe der beiden gekreuzten Pisten geben.

Danach war erst einmal ein wenig Zeit bis zum Beginn der vorhergesagten besseren Thermik. Und was machen Segelflieger wenn sie Zeit haben, Flugzeuge aufrüsten Laurens Goudrian hatte seine neue ASG 32 Mi aus Südafrika mitgebracht um zusammen mit Uli Schwenk über Namibia zu fliegen.

Die Champions waren weg.

Nach einem kurzen Mittagssnack machte ich mich auch auf den weg. Heute lief es schon bedeutend besser als gestern. So langsam kannte ich den Shark besser und auch das Wetter war um Längen besser.

Nach einem Stück mit weniger Wolken erreichte ich recht schnell den Nossop, wo schöne Cumuli am Himmel standen. Schon vor den Wolken ging es bis über 3000 Meter und unter den Wolken dann bis 4500 Meter.

Hinter Gobabis stand dann schon eine schwarze Regenwand, die zum Weierfliegen nicht wirklich einlud. Ich wendete Richtung Süden und flog bis ca. 50 Km vor Arminius.

Eigentlich wollte ich von hier Richtung Westen liegen um ein Dreieck zu machen. Di Wolken lösten sich aber hinter dem Nossop auf und ich beschloss besser wieder Richtung Gobabis zu fliegen um von dort den Heimflug anzutreten.

Aus fast 5000 Metern konnte ich mit erheblicher Sicherheit den Endanflug Richtung Kiripotip anfangen und genoss das Fliegen mit fast 200 Km/h True Air Speed Richtung Sonnenuntergang.

Die Landung verlief problemlos mit der Sonne und leichtem Wind im Rücken und ich rollte bis zu meiner Parkposition, wo mich die Groundcrew mit dem obligatorischen Landebier empfing.

Link zu meinem Flug beim Online Contest:

http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=1687457805

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Beim Waschen des Fliegers konnte ich dann  noch eine neue Erfahrung in Bezug auf nervige Fliegen machen. Nicht nur das sie quasi überall um mich herum waren, Nein sie mußten mir auch noch permanent in Nase und Ohren kriechen. Ich kann jetzt 100 % nachvollziehen, wie sich unsere Pferde im Sommer mit all den Viechern fühlen. Wie gut nur, dass ich im Gegensatz zu unseren Pferden eine Hose an hatte.