Der achte Tag , 23 Kilometer, 284 Meter kumuliertes Steigen und 42.000 Schritte und ziemlich kaputt

Als ich morgens meine Großunterkunft verließ, traf ich am Platz den polnischen Jakobswegpilger, den ich gestern kurz gesehen hatte. Er hatte sein Zelt schon weggepackt und war gerade dabei sein Frühstück auf der Mauer zu bereiten. Er ging wirklich den kompletten Weg bis Santiago und das mit einem Rucksack von 25 Kilo, wie er mir auf nachfragen  erklärte. So eine  komplette Ausrüstung mit Zelt Gaskocher und Geschirr hat schon so sein Gewicht. Da kämpfe ich mit 20 Kilo über so ein paar Kilometer.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der örtlichen Boulangerie ging ab auf den Weg. Zuerst durchs mittelalterliche Dörfchen Lurs. Vorbei an einem wunderschönen Kreuzweg mit tollen Ausblick lief ich des Weges.

Dann folgte eine Waldpassage mit Abstieg bis zu römischen Brücke von Ganagobie. Diese war nicht so spektakulär und auch den steilen Aufstieg zum Kloster mit direkt folgendem Abstieg zur Landstrasse sparte ich mir.

Die Landstrasse war blöd wie immer und ich musste permanent die Minischnecken aus meinen Schuhen holen, um nicht Gefahr zu laufen neue Blasen zu bekommen. Schon witzig diese Schnecken, sitzen sie doch immer am Ende von Grashalmen oder auf den Pollern der Strassenbegrenzung. Eigentlich ein wenig selbstmörderisch immer in die pralle Sonne zu gehen. Sie suchen wohl den Tau der Nacht auf den Blättern und Pollern und ihre weisse Farbe schützt sie vor dem gekocht werden.So müssen sie nicht wieder runter und können in der nächsten Nacht wieder Tau trinken.

In Peyruis war die Kennzeichnung dann ziemlich schlecht und ich ging einen Weg, der nicht immer der wahre Jakobsweg war. Ich war aber zumindest auf der berühmten Via Dolmitia, der ältesten römischen Strasse die schon damals Rom mit den spanischen Provinzen verbunden hat. Wenn man diesen Weg so lang wandert, hat man schon einen heiden Respekt von den römischen Strassenbauern.

 

Immerhin wurde diese Strasse 120 Jahre vor Christi von Hand gebaut, Stein für Stein von Hand und ohne Teermaschinen. Wenn nicht zu schwere moderne Fahrzeuge  darüber gefahren wären und immer noch tun, läge sie wahrscheinlich noch da wie vor 2100 Jahren.

Irgendwann kam ich dann total geschafft in Chateauneuf Val Saint Donat an und fand auch nach anfänglichen Schwierigkeiten noch ein Zimmer. Leider gab es keine Möglichkeit irgendwo etwas zu essen und so fuhr mich der Vermieter netterweise zum nächsten Supermarkt ( 6 km ) um das Nötigste kaufen zu können.

IMG_6013

Ein Blick auf meine Ferse und auch die ungünstige Streckenteilung der nächsten Strecken brachten mich dazu für Morgen den Abschluss zu planen und von Sisteron aus nach Hause zu fahren. Wenn der Weg von hier nach Peipin gut läuft versuche ich noch über den Lure ins Jabrontal zu kommen um von dort ins Zentrum von Sisteron zu Wandern.

Doch das bedeutet einen  Anstieg auf 1100 Meter und ich weiß nicht ob ich das morgen noch schaffe.

Mal sehen.

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2 Kommentare zu „Der achte Tag , 23 Kilometer, 284 Meter kumuliertes Steigen und 42.000 Schritte und ziemlich kaputt“

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