Day 7, Flying with a Champion

Auch für heute war wieder sehr gutes Wetter vorhergesagt. Jedoch sollte der Bereich mit Wolken mehr im Nordwesten Richtung Botswana liegen. Die Startzeit wurde für ca. 11.30 Uhr angesetzt. Technische Probleme führten jedoch dazu, dass Alle später in die Luft kamen. Als ich mich dann auch so langsam fertig machen wollte meinte Lewi, was denn so meine Pläne für heute wären. Auf meine Nachfrage erklärte er mir das Uli Schwenk noch einen Copiloten für die ASG 32Mi suchen würde, da Laurens wohl heute Pause machen wolle.

Da brauchte ich nicht lange nachdenken, wollte ich mir doch die Gelegenheit mit einer der weltbesten Piloten mitzufliegen nicht entgehen lassen. Innerhalb kürzester Zeit suchte ich meine Sachen und saß schon im Flieger. Der Start verlief am Anfang problemlos. Dann sank der Flieger aber mehr als er stieg, da wir Mitte der Piste in ein starkes Abwindfeld gerieten. Bei so einem erfahrenen Piloten machte ich mir keine unnötigen Gedanken. Nachdem wir dann unsere Abflughöhe erreicht hatten, meinte Uli, dass wir auch mit  850 Kilogramm Abfluggewicht  am Limit gewesen wären, bei einer Platzhöhe von 1360 Metern über dem Meer. Zu erklären warum wir Segelflieger unsere Flieger durch die Mitnahme von Wasserballast extra schwer machen würde hier den Rahmen sicherlich sprengen.

Kurze Erklärung für die Nichtflieger unter uns. Nach oben hin wird die Luft immer dünner. Deshalb bekommt man ja auch beim Bergsteigen immer weniger Luft und braucht wie wir Flieger in großer Höhe Sauerstoff. Das Flugzeug braucht zwar keinen Sauerstoff, aber trotzdem eine gewisse Luftdichte damit sein Flügel genug Auftrieb produziert. Ist die Luft dünner, kann dies durch mehr Geschwindigkeit ersetzt werden. Kurz gesagt man brauch mehr Startbahnlänge um auf mehr Speed zu kommen und dann endlich zu fliegen. Das hohe Gewicht bei gleichen Flügeln erschwert das Ganze noch einmal.

Der Flug war auf jeden Fall super und ich versuchte mir so viel als möglich von Ulis Flugstiel ab zukucken um etwas zu lernen. Nach dem ersten Bart auf knapp über 3000 Meter ging es los mit einer Vorfluggeschwindigkeit von 210 Kilometern. Ich fühlte mich ein wenig wie in einem schnellen Motoflieger. Uli erklärte mir an welchen Bodenmerkmalen er sich orientierte um im Blauen Thermik zu finden.

Wir näherten uns recht zügig dem Bereich mit Cumuluswolken, dem eine Zone mit wellenartigen Wolken vorgelagert war. Kurz vor den Wolken drehte Uli ein um der Linie zu folgen. Zwischen der blauen wolkenlosen Luftmasse im Südwesten und der feuchteren im Nordosten hatte sich eine Konvergenzlinie gebildet.

Da diese nur gelegentlich durch kleine Wolken angezeigt wrde, galt es die Linie zu treffen wo es nach oben ging. Uli erklärte mir woran er die Position der unsichtbaren Linie festmachte und ließ mich die meiste Zeit geradeaus fliegen, um ein Gefühl für das Spiel mit der Konvergenz zu bekommen.

Wir flogen große Strecken entlang der Wolkenkante geradeaus ohne zu kreisen. Immer wieder korrigierte mich Uli wenn ich die falsche Route nahm. Er erklärte mir wie wichtig die permanente Beobachtung der Wolken in ihrer Entwicklung ist, wenn man die möglichst jüngste Wolke finden will.

Der erste Schenkel ging mit einem 150er Schnitt bis nach Südafrika und war einfach nur geil. Uli ließ mich sehr oft geradeaus fliegen um mir immer wieder zu zeigen welche Wolke wo anzufliegen sei.

Immer wieder gelang es ihm über die Wolkenkante hinaus zu steigen und wir konnten beobachten wie sich die Wolken von unten nachbildeten.

Es war wie zu den früheren Zeiten in den Aufwindfahnen der Kühltürme der Braunkohlekraftwerke. Man stieg mit einem Teil der Wolke und unter einem bildete sie sich neu.

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Nach einem langen Endanflug aus fast 130 Kilometern war auch dieser Tag zu Ende und ich war happy die Gelegenheit bekommen zu haben, mit so einem Piloten zu fliegen.

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