Day 4 in Namibias Segelflugparadies

Gestern hatte ich einen Day Off. Die Champions flogen zwar mit ihren  Auszubildenden,  aber ich wollte dem Tag lieber Nutzen um meine Freunde und Bekannte auf Pokweni und vor allen Dingen Jos und Annelie zu besuchen. 15 Jahre Fliegerei und Urlaub auf Pokweni führen dann doch dazu, dass man so schnell als möglich mal wieder “ zu Hause “ vorbeischauen möchte, umso mehr als das der letzte Besuch 2 Jahre her ist.

Übrigens meine ich den Titel Auszubildende der Champions nicht negativ. Ich habe inzwischen einen Heidenrespekt vor dem was sie machen. Sich dieser Herausforderung zu stellen und von dem hinten sitzenden Champions gepuscht und korrigiert zu werden ist kein Papenstiel und fordert sicherlich erheblich mehr von einem Piloten als so alleine ohne Kontrolle durch die Gegend zu fliegen.

Gegen drei Uhr fuhr ich los um auf keinen Fall vor dem Ende der Mittagsruhe meines Freundes Jos anzukommen. Zwischen 1 und 4 Uhr ist fast wie mitten in der Nacht für einen Farmer in Namibia und ein absolutes NoGo, was  aber auch zu verstehen ist bei dem relativ frühen Tagesbeginn.

Die drei Stunden auf Pokweni waren super und ich hatte wirklich das Gefühl nach Hause zu kommen, zumal so viele Bekannte Gesichter da waren. Die Zeit verging im Flug und bald mußte ich aufbrechen um nicht mit meinem Mini Ferrari im Dunkeln fahren zu müssen. Ein Zusammenstoss mit einem Kudu wäre sicherlich das letzte was ich mir wünschen würde, auch bei einem Springbock wäre der kleine Kia nicht sehr sicher.

Jos gab mir noch eine gute Flasche Wein mit auf die Reise und ich versprach auf jeden Fall noch einmal vorbeizukommen.

Der nächste Tag begann relativ untypisch, Es war relativ kühl und der Wind wehte entgegen allen Vorhersagen genau aus der andern Richtung. Gegen 13.30 Uhr gingen die ersten in die Luft und ich folgte dann als letzter.

Wir hatten die letzten zwei Tage dauernd diskutiert was wir noch tun könnten, um die Überhitzungsprobleme in den Griff zu bekommen. Die nächste Massnahme, die anstand war die Veränderung des Kraftstoff/Luft Gemischs im Vergaser. 50% der recht zahlreich vorhandenen Experten meinte mehr Benzin würde den Motor kühlen ,der Rest meinte eine magere Gemischeinstellung, also weniger Benzin wäre besser. Wie folgten dem Rat des Herstellers und stellten das Gemisch magerer.

Der Rat war super, denn nach dem Start ging die Temperatur nicht mehr über 90 Grad. Ich fühlte mich sicher denn so war die Gefahr eines plötzlichen Motorstillstands zumindest etwas reduziert. Als Segelflieger hat man ja ohnehin eine relativ hohe Schmerzgrenze, wenn man akzeptiert von einem quasi Rasenmähermotor in die Luft befördert zu werden.

Der Flug war sonnig, nicht weit, manchmal kurz spannend aber auf jeden Fall schön. Zwei Bilder von unserer Flugfarm Kiripotib geben vielleicht ein kleinen Eindruck von The middle of Nowhere, wie man so schön sagt.

Beim Verzurren des Fliegers konnte ich dann noch den neuen 13,5 Meter Elektosilent bewundern, der von Stefano Ghiorzo gekonnt in Minimalhöhe, fast wie ein Flugmodell über uns hinweggeflogen wurde.

Wirklich beindruckend wie der kleine Flieger so um die Ecken zischte und das in Modellflughöhe.

Kurz vor Sonnenuntergang war das Spektakel dann zu Ende und nach einem tiefen und nahen Vorbeiflug, wobei man das Elektrotriebwerk in der Rumpfspitze sehen  konnte, landet Stefano vor der Halle.

Day 2 meines Fliegerurlaubs auf Kiripotib

Heute war dann erst einmal basteln angesagt. Nach den gestrigen Temperaturproblemen beschloss Christian auf Rat von Oliver Binder, das Kühlwasser komplett abzulassen und durch neues Kühlwasser zu ersetzen, dem weniger Frostschutzmittel beigemischt wurde    ( bis Minus 10 Grad ). Wasser mit weniger Frostschutz kühlt anscheinend besser als welches mit viel Frostschutz.

Jetzt werden wahrscheinlich manche denken, wofür Frostschutz im Hochsommer in Südafrika. Aber obwohl es unten im Moment bis zu 40 Grad warm wird kühlt sich die Temperatur immer mehr ab je höher man kommt. Und da wir ja in Namibia fliegen weil hier die Aufwinde so hoch gehen und die Wolken so hoch sind, steigen wir auf bis zu 6000 Meter unter den Wolken. Da kann s schon ziemlich kalt sein überhaupt und im Wolkenschatten noch mehr.

Meine Ellipirelli kann davon ein Lied singen. Bei unserem ersten Namibia Urlaub flogen wir vom Rand der Namibwüste zurück Richtung Pokweni. Über 250 Kilometer gerader Endanflug aus 6000 Metern mit der Sonne im Rücken. Ellipirelli hatte nur ein Sommerkleid an, wegen der hohen Temperaturen am Boden. Ich glaube so hat sie nie mehr gefroren.

Soviel zum Thema frieren in der Wüste.

Die ganze Aktion dauerte fast zwei Stunden, da unsere Klappmotoren ja Alles auf engstem Raum haben und man schon Fingerakrobat sein muss um überall dran zu kommen. Nach verschiedenen Maßnahmen um die schädlichen Luftblasen aus dem System zu bekommen, konnte ich dann gegen 14 Uhr endlich in die Luft. Die Temperaturwarnung kam zwar immer noch aber erheblich später und ich genoss 2 Stunden Blauthermik auf bis zu 4500 Metern, trotz vorhandenem Grauschleier in der Höhe.  Ich flog Richtung Pokweni Flugplatz wo alle Flieger am Boden standen und plötzlich befand ich mich über einem Sandsturm der sich wie eine Rauchfahne aus der trockenen Wüste abgelöst hatte.

Es war kein Sturm wie wir ihn in aus Europa kennen,  der Wind blies in der Höhe mit rund 40 km/h  aber die warme Luft trug den Sand auf bis zu 4500 Metern und wehte ihn Richtung Südwest.

Ich flog zurück Richtung Kiripotib und beobachte von oben die Champions wie sie von ihrer Tagesaufgabe zurückkamen. Um  5 Uhr wurde ich per Funk daran erinnerte, dass alle um 6 Uhr zum Sundowner aufbrechen würden und ich jetzt besser landen sollte.

Mit der üblichen Verspätung ging es durch das riesige Farmgelände zum Sundowner.  Wir sahen zwar einige Springböcke, aber ansonsten fast keine Wildtiere.

Am Treffpunkt standen schon Tische mit Getränken und Snacks bereit. Alle neuen und alten Teilnehmer des Flying for Champions waren in Standardkleidung von Rent a Glider gekommen und ich stach da mit meinem Pokweni T-Shirt schon etwas raus

Der herliche Sonnenuntergang schloss dann meinen Tag auf Pokweni Namibianische Art ab.

Day 1, not flying with the champions aber immerhin in der Luft gewesen

Das Wetter ging heute nicht so früh los. Mir war s egal, hatte ich doch den neu eingeführten Checkflug zu machen, da ich mehr als 12 Monate  nicht in Namibia geflogen hatte. Dafür konnte ich diesen Checkflug dann auf dem Arcus E, also mit Elektroantrieb machen. Zwei Premieren auf einmal, mein erster Arcus Flug und mein ersten Elektro Eigenstart.

Die Champions mit ihren “ Auszubildenden “ waren noch beim Debriefing und so hatten Markus und ich den Platz für uns. Der Start verlief relativ problemlos, bis auf die Tatsache, dass unser farbiger Flächenläufer nicht sehr motiviert war und den Flügel nach kurzem Sprint einfach fallen lies. Aber genug Power hatte unser Elektromotor ja und so kamen wir problemlos in die Luft. Die Piste ist mit 1400 Meter ja auch nicht gerade kurz und nach kurzer Zeit fanden wir einen vernünftigen Bart.

Für die Nichtflieger unter uns: Einen Bart haben zwar manche im Gesicht, aber der ist hier nicht gemeint. Einen Bart nennen wir Segelflieger einen Schlauch, in dem warme Luft nach oben steigt und in den die geschickteren von uns einkreisen um mit der warmen Luft nach oben zu steigen um ohne Motor Höhe zu gewinnen. Voila Kapitel 1 der Basics für Nichtsegelflieger.

Es ging bis ca 1500 Meter über Platz und wir konnten ein bisschen die doch recht gutmütigen Flugeigenschaften des recht schweren Elektroarcus erkunden.Mein Checkpilot Markus war zufrieden und so hatte uns die Namibianische Erde bald wieder.

Nach einem Mittagsbuffet ging es daran den Shark für meinen ersten Start vorzubereiten. Einige Dinge waren anders als in meiner DG, speziell  die Motorsteuerung, aber mit den eingebauten Checklisten meines LX9070 sollte das kein Problem sein.

Beim Start ließ mein namibianischer Flächenläufer den Flügel wieder recht früh fallen, was aber nur zu kurzen Schlenkern führte. Beim verstellen der Wölbklappen bemerkte ich die nicht eingeschaltete Wölbklappenanzeige. Da die Skala des Wölbklappenhebels unter meiner mit Wassernotresebeuteln gefüllten Tasche verschwunden war half nur die Trial and Error Methode. Immerhin weiß ich jetzt das der Shark mit der Wölbklappe in Landestellung gar nicht mehr steigt.Nachdem ich dies Problem gelöst hatte ging die Warnhupe für Motorüberhitzung an, kam mir irgendwie bekannt vor und ich versuchte das Problem mit Drehzahreduzierung in den Griff zu bekommen. Die Drehzahlanzeige zeigte grün und so war ich mir eigentlich nicht klar, warum der Motor so heiß wurde. Also Motor aus und einfahren, übrigens bedeutend zeitaufwendiger als bei meiner DG, und landen. Eine normale Platzrunde war nicht mehr möglich und so löste ein direkter Anflug aus meiner Position das Problem.

Christian meinte , wäre alles normal, ich sollte halt die Drehzahl nach dem Abheben noch weiter reduzieren bis unter 6000 Umdrehungen. Gesagt getan, der Alarm nervte zwar immer noch und der Shark stieg bedeutend schlechter bei 5900 Umdrehungen, aber es ging und bald konnte ich die Thermik geniessen

Ich flog etwas in der näheren Umgebung herum, besuchte Bernds neuen Flugplatz Veronica, und gewöhnte mich so langsam an meinen Shark.

Bei 4200 Meter war Schluss, da meine Sauerstoffanlage Zicken machte. Was soll s ein schöner Tag und gegen 6 gings Richtung Kiripotib.

Mit Hilfe der Groundservicecrew von Kiripotib wurde der Flieger verpackt,verzurrt und nach dem Landebier gings Richtung Zimmer.

Nach zwanzig Metern stand ich auf der Terrasse meines Zimmers, Hangar 1, was davon zeugte wofür das Gebäude früher benutzt wurde. Von meiner Terasse aus, konnte ich die Flieger sehen und beobachten wie andere Leute ihre Blumen im Vorgarten. Was will man mehr!!

Übrigens, meins ist das Linke und das Quad eines unserer beiden Bodenfahrzeuge.

 

 

 

 

Auf nach Namibia ins Segelflugparadies

Nachdem ich letztes Jahr, nach 13 Jahren ohne Unterbrechung, nicht nach Namibia geflogen bin, hat mich mein Freund Wolfang aus Namibia dieses Jahr noch einmal motiviert  rüber zu fliegen.  Ich muss zugeben, dass ein weiterer Grund war, diesen Flug umsonst auf gesammelte Meilen machen zu können, die im Januar zu einem großen Teil verfallen wären. Leider war auf Pokweni kein 18 Meter Flieger mehr zu chartern und so fragte ich Bernd, der aber auch keinen 18 Meter Flieger mehr hatte. So buchte ich am Ende einen Shark auf Kiripotib zu günstigen Konditionen und freute mich auf eine neue Erfahrung im Segelflugparadies Namibia.

Am 8.11. klingelte der Wecker um 7 Uhr zu vollkommen ungewohnter Zeit.  Draußen war es minus 4 Grad und ich wäre am liebsten, wie sonst auch, liegen geblieben. Aber es half nichts, der Flieger ging um 10.40 Richtung Frankfurt und wir mussten bald los wenn ich ihn erreichen wollte. Herrliches Sonnenwetter versüßte die Fahrt Richtung Marseille und wir kamen trotz viel Verkehr pünktlich an.

Die Großbaustelle am TGV Bahnhof schien immer noch nicht richtig voran zu kommen,  was mir wieder einmal den Unterschied zwischen Deutschland und Südfrankreich in der Abwicklung von Großprojekten vor Augen führte. Laissez faire  et kommse heute nicht kommse morgen. Eine super stressfreie und Gesundheitsfördernde Einstellung, die wir inzwischen sehr zu schätzen wissen.

Nach einigen Piep Problemen an der Sicherheitskontrolle wegen einer vergessenen Kniebandage konnte ich auch schon direkt Boarden, wie man so schön sagt. Ein Fensterplatz gab den Blick frei auf Superwinglets des relativ neuen A320. Ich fühlte mich wie in meiner 800 nur was größer.

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Beim Rollen zur Startbahn passierten wir einen schwebenden Kampfhelikopter, der sich relativ wenig in seinen Tests stören lies und dann letzten Endes  einen rasanten Alarmstart hinlegte.

Nach dem Start passierten wir diverse Flugplätze, unter anderem Salon de Provence, der Heimatplatz der Patrouille de France.

Leider zog es sich immer mehr zu so daß mir der Ausblick auf den Mont Ventoux und die Gegend um Sisteron verwehrt blieb.   In der Ferne grüßten die schneebedeckten Gipfel der Hochalpen.

Frankfurt empfing mich dann mit deutschem Superwetter, Regen und Wolken fast bis zum Boden. Ich hatte es fast schon vergessen wie   das Wetter im November meistens ist.

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Aber egal, ich brauchte mich ja nur im Flughafen Gebäude bewegen und das ist ja bekanntlich in Frankfurt riesig. Viele Möglichkeiten sich zu verlaufen und die Zeit bis zum Abflug zu verbringen.

Der Koffer war ja netter Weise, trotz mehrmaligen Nachfragen, nicht durchgecheckt worden. Windhoek war im Kosmos des französischen Computers einfach nicht vorhanden und den beiden Damen sowohl Windhoek als auch das Land Namibia gänzlich unbekannt.

So war ich dann in Frankfurt zuerst einmal 4 Stunden mit Koffern unterwegs, bis ich dann endlich einchecken konnte. Die Zeit bis zum Boarding dürfte ich mir dann auf Grund meines gerade noch vorhandenen Goldstatus in der Lounge verbringen die von Ethihad Airways betrieben wurde.

 

Das Essen und der Wein waren wirklich vorzüglich und so verging die Zeit recht schnell.

Beim letzten Check vorm Flugzeug fotografierte ich den mir noch unbekannten Körperscanner, was mir eine sofortige Rüge und die Aufforderung das Bild sofort zu löschen einbrachte.

Die Zeit im Fluge verging leider nicht im Fluge, so daß ich relativ müde in Windhoek ankam.

 

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Hier wie immer Namibianische Schnelligkeit vom Feinsten , Passkontrolle———, Koffer warten——–,Geld tauschen———-,Mietwagen abholen——–, Mietwagen kontrollieren.

Endlich war ich On the road again, endlose Weiten ( nicht Enterprise ) durchzogen von endlos langen Straßen, erst Teer und dann Schotter. Das schöne am Schotterpisten fahren mit 100 Km/h ist das man zwischendurch immer wieder fit ist, nachdem mein Mini Ferrari ( Kia Picanto ) mir klar zeigte wo seine Grenzen liegen.

Nachdem passieren des alten deutschen Wachturms war ich bald auf Kiripotib  wo ich von Markus und Christian empfangen wurde.

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Nach dem ausfüllen von jeder Menge Formularen und der Unterschrift diverser Erklärung ruhte ich mich etwas aus bevor es zur Shark Einweisung ging. Der Nachmittag verging schneller als gedacht und nachdem die Flying with the Champions gelandet waren ging es zum Essen. 3 x 1000 für die Champions, die Wolken sahen auch den ganzen Tag danach aus.

Goods Nächtle Alle miteinand.